Eine Woche Curaçao: Urlaub, Strände, Erlebnisse

Curaçao gehört zu den ABC-Inseln und liegt nur etwa 100 km von der Küste von Venezuela entfernt. Die ABC-Inseln heißen auch „Inseln unter dem Wind“ und haben ein vergleichbar trockenes Klima.

Da Oneway-Flüge nach Kolumbien unverschämt teuer waren, hat es sich für mich ergeben, eine Woche „kostenlosen“ Curaçao-Urlaub zu machen, bevor es von Willemstad weiter nach Bogotá ging.

Was ich in einer Woche Curaçao-Urlaub erlebt habe und welche die besten Strände auf Curaçao sind, das findest Du nachfolgend.

Anreise nach Curaçao

Airberlin Flug Düsseldorf-Curaçao

Eigentlich wollte ich nach Bogotá. Da lag ein Oneway-Flug bei ca. 1.000,- €.

Also einige Alternativen abgesucht. Eile hatte ich ja keine. Schnell stach mir der Airberlin Direktflug von Düsseldorf nach Curaçao ins Auge. Den gab es für sehr günstige 250,- € oneway.

Unterm Strich war der Urlaub in Curaçao somit „kostenlos“.

Der Flug mit Airberlin war angenehm. Die Warteliste für ein TopBonus-Upgrade in die Business Class ging nicht durch. Statt es am Flughafen nochmal zu probieren, entschied ich mich, es so zu belassen, wie es ist.

Letztlich war es ein Tagflug und auf einem Exit-Row-Sitz ließ sich der 10-stündige Flug gut aushalten, zumal der Nebenplatz frei blieb.

Airline: Airberlin
Route: von Düsseldorf (DUS) nach Willemstad (CUR)
Flugzeug: Airbus A330-200
Sitz: 14H (Exit Row) / Economy Class

Nach dem Flug nach Curaçao komme ich wieder zum Fazit: Schade, dass Airberlin wirtschaftlich auf keinen grünen Zweig kommt.

Der Service am Boden passt und ist in der Luft super. Besonders die nette und gut gelaunte Crew fielen mir beim Flug nach Curaçao wieder sehr positiv auf.

Der Flughafen von Curaçao (Hato International Airport – Willemstad) ist klein. Da die Insel maßgeblich vom Tourismus lebt, sind die Abläufe jedoch super organisiert.

Mit deutschem Reisepass lässt sich die sogenannte ED-Card (elektronische Einreisekarte) bequem am Computer ausfüllen. Ist die ED-Card hinterlegt, kann am Flughafen dann ein E-Gate genutzt werden, bei dem der Reisepass zum Scannen aufgelegt werden muss.

Unter 1 Minute für die Immigration – so muss das sein 🙂

Meinen Mietwagen hatte ich bei Alamo / National gebucht. Kleinste Kategorie – auf einer kleinen Insel wie Curaçao sitzt man ohnehin nicht lange hinter dem Steuer.

Circa 10 Minuten warten, weitere 10 Minuten für den Mietvertrag und dann auf zum Mietwagen-Parkplatz, wo die Schlüssel für meinen Mietwagen hinterlegt waren. Nochmal fünf Minuten später auf der Straße nach Willemstad.

Anreise erledigt, Curaçao-Urlaub kann beginnen 🙂

Unterkunft auf Curaçao

Für kurze Aufenthalte nehme ich entweder ein Hotel oder ein Apartment und bei längeren Aufenthalten grundsätzlich ein Apartment.

Viele Hotels auf Curaçao fielen in die Kategorie „Ressort-Bunker“ und haben mir nicht gefallen.

Deswegen bei Airbnb umgeschaut und ein kleines Häuschen mit Küche für ca. 15,- € / Nacht gefunden. Das stellte sich bei Ankunft sogar als netter heraus, als zunächst gedacht.

Für mich die richtige und zweckdienliche Lösung.

Nette Hotels gibt es auf Curaçao natürlich auch. Bei einem Hotel der gehobenen Kategorie bist Du mit ca. 100 – 150 US$ / Nacht mit dabei.

Reise-Einmaleins für Curaçao

Währung

Bezahlt wird primär mit dem Antillen-Guilden (NAF), in dem auch die meisten Preise ausgezeichnet sind.

Wo Touristen sind, wird eigentlich immer auch US-Dollar akzeptiert.

An allen Geldautomaten wurde ich gefragt, ob ich Antillen-Guilden oder US-Dollar abheben will, so dass die Geldautomaten mit beidem bestückt waren.

An den Geldautomaten wurde ein kleiner Zuschlag (ca. 3-5 US$) für Abhebungen mit ausländischen Kreditkarten erhoben.

Größere Geschäfte (z.B. Supermarkt) sowie gehobene Restaurants und Bars haben allesamt Kreditkarten akzeptiert, jedoch Tankstellen nicht.

Leitungswasser trinken

Etwas überraschend ist in der Region, dass das Leitungswasser Trinkwasser-Qualität hat. Es wird durch eine Meerwasser-Entsaltzungsanlage gewonnen.

Ich habe es getrunken und vertragen 🙂

Wer lieber Wasser aus der Flasche trinkt, kann sich ein wenig wundern: Es gibt nur wenig Auswahl in Geschäften und das Wasser wird importiert (teilweise sogar aus Holland).

Der Preis für eine 1,5 l Flasche Wasser lag bei stolzen 3,- NAF.

Diebstahl aus dem Auto

Es scheint verbreitet zu sein, die Scheibe vom Auto einzuschlagen und diverse Wertsachen zu entnehmen.

Wenn Du bei Parkplätzen darauf achtest, siehst Du immer wieder einen Scherben-Haufen mit den für Autofenster charakteristischen grünen, grobkörnigen Scherben.

An vielen Stränden gibt es Security.

Ansonsten empfiehlt es sich grundsätzlich, alle Dinge von irgendeinem Wert nicht im geparkten Auto zu lassen.

Herumkommen auf Curaçao

Herumkommen Curaçao Mietwagen

Es gibt drei Möglichkeiten die Insel zu erkunden. Per Mietwagen, (eingeschränkt) per Bus und per Taxi / Transfer-Service.

Ich habe für den Mietwagen auf Curaçao entschieden und würde es auch wieder so machen.

Ein winzig kleiner, aber fast neuer Kia Picanto hat 200,- € / Woche bei Alamo gekostet. Die Vermieter gaben sich untereinander nicht viel. Scheint wohl ein „Mietwagen-Kartell“ zu geben 🙂

Sprit ist relativ günstig auf der Insel. Beim Tanken habe ich rund 1,60 NAF (ca. 0,80 €) für den Liter Super-Benzin bezahlt.

Die stinkende Raffinerie in der Mitte der Insel scheint ein Gutes zu haben und für günstige Spritpreise zu sorgen 🙂

Während Du auf Curaçao fast überall per Kreditkarte bezahlen kannst, geht das bei Tankstellen nicht. Neben dem Antillen-Guilden (NAF) nehmen die Tankstellen aber auch US-Dollar.

Fahren auf der Insel würde ich als relativ sicher bezeichnen.

Die Navigation per Google Maps hat mich eher geärgert. Oft kam die Ankündigung abzubiegen erst dann, wenn es schon zu spät war 🙁

Ich empfehle deshalb, von Beginn an per Karte zu fahren. Nach 2-3 Tagen kennt man sich schon so gut aus, dass man ohne Karte / Navigation fahren kann. Groß ist die Insel nicht und letztlich läuft alles über die große, vierspurige Rundstraße (genannt Ring).

Strände auf Curaçao

Die meisten Touristen scheinen auf der Suche nach dem „Traumstrand Curaçao“ zu sein.

Strände gibt es viele und die gängigen Beschäftigung scheint „Strand-Hopping“ auf der Suche nach dem besten Strand zu sein.

Ich muss mich outen und sagen, ca. nach dem dritten Strand nimmt bei mir die Motivation ab, noch weitere Strände zu besuchen.

Alle wichtigen Strände auf Curaçao liegen im Westen der Insel.

Traumstrände Curaçao

Grote Knip / Playa Abou

Grote Knip Strand Curaçao

Der Grote Knip (Playa Knip, Playa Abou) liegt zwischen Willemstad und Westpunt und hat mir gut gefallen.

Der Eintritt zum Strand ist kostenlos, jedoch waren Liegestühle und Sonnenschirme relativ teuer.

Der Strand war sauber, das Wasser sehr klar und dank dem feinen Sand ließ es sich problemlos ins Wasser laufen.

Wo es einen Großen Knip gibt, muss es natürlich auch einen Kleinen Knip geben. Der benachbarte Strand fällt beschaulich aus, ist jedoch ebenfalls nett.

Porto Mari

Porto Mari Strand Curaçao

Porto Mari ist ein Privatstrand, der südlich von Grote Knip liegt.

Der Strand kostet Eintritt, jedoch fiel das Gesamtpaket aus Eintritt und Liegestuhl günstiger aus als Liegestuhl und Sonnenschirm bei Grote Knip.

Porto Mari ist ein netter Strand, der vom Betreiber sehr sauber gehalten wird.

Auch hier geht es bequem Barfuß ins Wasser.

Lagun

Lagun Strand Curaçao

Der Strand Lagun liegt wie der Name schon vermuten lässt in einer Lagune.

Am Strand Lagun selbst gibt es nur wenig. Direkt oberhalb vom Strand auf dem Felsen liegt ein Hotel mit Bar, von der sich ein schöner Blick auf den Strand bietet.

Playa Kalki

Playa Kalki Curaçao

Play Kalki ist ein Strand in Westpunt, dem Ort im äußersten Nordwesten der Insel.

Direkt am Strand gibt es ein Restaurant / Bar mit gutem Essen zu sehr humanen Preis.

Der Strand ist selbst ist ruhig und schön. Da es recht steinig ist, geht es eher „humpelnd“ ins Wasser 😉

Direkt am Strand ist außerdem eine Tauchschule.

Noch mehr Curaçao-Urlaub

Neben ein wenig Strandurlaub gibt auf Curaçao noch mehr zu entdecken.

Willemstad

Willemstad Curaçao

Die Insel-Hauptstadt an sich und das historische Zentrum mit dem bekannten, bunten Häusern kann wohl zu Recht als Sehenswürdigkeit auf Curaçao bezeichnet werden.

Der historische Teil von Willemstad wird auch als UNESCO Weltkulturerbe geführt.

Es gibt einige nette Restaurants, in denen sich gut Essen lässt.

Kreuzfahrt-Tourismus

Kreuzfahrt-Tourismus Curaçao

Nahe am historischen Zentrum von Willemstad liegt der Kreuzfahrt-Anleger, der Megapier heißt.

Bei der Bezeichnung Megapier wird klar: Hier geht es um Massentourismus. Die Kreuzfahrt-Infrastruktur auf Curaçao ist stark auf amerikanische Schiffe ausgelegt.

Zwischen dem Megapier und der Altstadt von Willemstad liegt eine Shopping Mall mit internationalen Marken, Casino und dem obligatorischen Starbucks, durch die die Kreuzfahrt-Passagiere geschleust werden.

Andere Kreuzfahrt-Passagiere buchen einen Landausflug.

Ob ein Kreuzfahrtschiff im Hafen ist, merkt man sofort. Es gibt gewisse Hotspots wie das Mambo Beach Boulevard unweit vom Curaçao Sea Aquarium, wo Busse die Kreuzfahrt-Passagiere absetzen.

Schlagartig ist es dann plötzlich voll 🙂

Lokale Bars

Bar auf Curaçao

Die „einfachen“ Bars liegen meist direkt an einer größeren Straße und sind vergittert.

Offensichtlich sind (oder waren) Raubüberfälle also durchaus an der Tagesordnung.

Die Locals halten an solchen Bars für ein „beer to go“, was dann hinter dem Steuer verköstigt wird. Bleibt es bei einem Bier (da bin ich mir nicht so sicher), auch nach europäischem Standard keine Gefahr für die Nüchternheit. Die übliche Flaschengröße liegt bei lediglich 0,2 l.

Die gängigsten Biermarken sind Heineken (aus Holland) und Polar (aus Florida).

Eine eigene Brauerei gibt es auf Curaçao nicht.

Einheimische / internationale Community

Was mir gut gefällt, ist die bunte Mischung bei den Locals.

Es gibt Natives, viele zugezogene Holländer (wegen der Zugehörigkeit zum Königreich der Niederlande), Einwanderer aus Lateinamerika (insbesondere Kolumbien und Venezuela) sowie aus anderen Karibik-Staaten.

Gesprochen werden primär Papiamentu (lokale Sprache, Mischung aus Spanisch und Portugiesisch) und Holländisch.

Man kommt aber auch sehr gut mit Spanisch oder Englisch durch, wobei Spanisch nochmal etwas mehr verbreitet ist.

Viele Locals sprechen vier Sprachen: Papiamentu, Holländisch, Spanisch und Englisch.

Ich wurde immer auf Holländisch angesprochen, da ich wohl typisch holländisch aussehe. Eine neue Erkenntnis nach dem Curaçao-Urlaub 🙂

Lohnt sich also ein Curaçao-Urlaub?

Bei mir kam der Curaçao-Urlaub im Rahmen von einem Stoppover zu Stande. Für ein paar Tage bzw. eine Woche nach Curaçao zu reisen, könnte ich mir jederzeit wieder vorstellen.

Die Strände sind schön, die Infrastruktur ist ziemlich gut und man lernt interessante Leute kennen.

Den Jahresurlaub im Sinne von zwei Wochen Badeurlaub auf Curaçao, das könnte ich mir hingegen weniger vorstellen.

Published by Patrick

Hallo, ich bin Patrick und hier erzähle ich über meine Reisen.

2 comments on “Eine Woche Curaçao: Urlaub, Strände, Erlebnisse”

  1. Der Kreuzfahrt-Massentourismus ist dort ist schon heftig. Wenn man sich nicht gerade das Spektakel aus Neugierde anschauen muss, sollte man lieber einen ganz großen Bogen darum machen.

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